Wann wird ein Spruch zum Sprichwort?

Sprichwörtlich

Sprichwörter sind kurze einprägsame Sätze, die rhythmisch fließen und eine praktische Lebensweisheit enthalten. Sie folgen häufig Strukturformeln, die wir unbewusst in uns tragen wie zum Beispiel: Wo kein X da kein Y. Um zum Sprichwort zu werden, müssen diese Weisheiten in einer gewissen Häufigkeit auftreten und ein Thema sowie einen Kommentar enthalten. Dies ist selbst bei so kurzen Sprichwörtern wie „Zeit fliegt“ oder „Carpe diem“ der Fall.

Der frühe Vogel fängt den Wurm
Der Gebrauch von Sprichwörtern ist einem gewissen Wandel unterworfen. Es gibt Sprichwörter, die aussterben und es kommen auch immer wieder neue hinzu wie zum Beispiel „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Interessant hierbei ist, dass diese Redewendung eine wörtliche Übersetzung des englischen Sprichwortes „The early bird catches the worm“ ist. In Deutschland gibt es diese Redewendung seit etwa 20 Jahren. Zwischenzeitlich ist sie so populär geworden, dass sie dem alteingesessenen „Morgenstund’ hat Gold im Mund“ den Rang abgelaufen hat. Doch die meisten heute verwendeten Sprichwörter stammen nach wie vor aus der Antike, der Bibel und dem mittelalterlichen Latein.

„Yes we can“
Auch Politiker sind immer auf der Suche nach sprichwortartigen Formulierungen. Das populärste Beispiel aus jüngster Zeit hierfür ist sicherlich Barak Obamas „Yes we can“. Man wird sehen, ob sich daraus ein wirkliches Sprichwort entwickelt. Doch auch bestehende Sprichwörter werden regelmäßig in politische Reden eingebaut. Das gilt für Kanzlerin Merkel, war aber auch schon bei Abraham Lincoln, Bismarck oder Churchill der Fall. Mit diesen Weisheiten und Sprachbildern, die jedem bekannt sind, schaffen Politiker Nähe zum Volk und sprechen dessen Sprache.

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