Born in the USA

1. Mai_Bild2 Arbeiterbewegungen, Arbeiteraufstände, Arbeitskämpfe – das Datum 1. Mai steht für den Kampf um die Rechte der Arbeiter.

Die Anfänge
Am 1. Mai 1886 begann in Chicago ein mehrtägiger, von den Gewerkschaften organisierter Streik zur Durchsetzung des 8-Stunden-Tages, der in gewalttätigen Auseinandersetzungen endete. Er ging als Haymarket Riot in die Geschichte ein. Zum Gedenken an die Opfer dieser Ereignisse wurde der 1. Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen und 1890 zum ersten Mal mit Massenstreiks und Massendemonstrationen auf der ganzen Welt begangen.

Labour Day in den USA
Wegen anstehender Wahlen sah sich Präsident Grover Cleveland 1894 gezwungen, die Arbeiterschaft aufgrund eines niedergeschlagenen Streiks zu beschwichtigen. Die Einführung eines Labour Day als gesetzlichen Feiertag sollte hierbei helfen. Der 1. Mai sollte es allerdings nicht sein, um eine Erinnerung an den Haymarket Riot zu vermeiden. So ist heute der Labour Day für die meisten US-Amerikaner einfach nur das letzte lange Sommerwochenende.

May Day in Großbritannien
Der 1. Mai als „Tag der Arbeit“ ist in Großbritannien kein Feiertag und wird von der Regierung und den Medien weitgehend ignoriert. Die Gewerkschaften versuchten seit den 1970er-Jahren den 1. Mai als Feiertag durchzusetzen. Als Zugeständnis führte die Regierung 1978 einen zusätzlichen gesetzlichen Feiertag jeweils am ersten Montag im Mai ein. Dieser May Day hat aber inhaltlich mit dem Labour Day nichts zu tun.

Tag der Arbeit in Deutschland
Der 1. Mai wurde in Deutschland 1933 durch die Nationalsozialisten zum gesetzlichen Feiertag. Am darauffolgenden Tag wurden die Gewerkschaften verboten. Der Tag der Arbeit, an dem Kundgebungen der Gewerkschaften in allen größeren Städten stattfinden, blieb erhalten und findet nach wie vor große mediale Aufmerksamkeit.

Bild: © Herbert Richter
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