3D-Druck – alles aus dem Drucker

3d printer, printing houseGebäude und Brücken, Ohren und Nasen, Ersatzteile und Dekoartikel aus dem Drucker. Was noch vor wenigen Jahren wie Zukunftsmusik klang, wird nun Realität.

Individualisierte Designer-Objekte
Als ich vor gut einem Jahr einen Aufsatz über den Designer Konstantin Grcic für dessen Ausstellung „Panorama“ im Vitra Design Museum übersetzte, überraschten mich seine Überlegungen zum Thema 3D-Druck. Es könnte sein, dass der Designer in Zukunft ein Objekt, etwa eine Teekanne, „nur“ noch digital entwirft und gestaltet und dann das Objekt vom Endverbraucher hinsichtlich Farbe, Muster und Einzelelementen individualisiert werden kann. Danach wird dieses Objekt dann im Kopiershop nebenan mit einem 3D-Drucker ausgedruckt – und fertig ist das Designerteil. Was das für Urheberrechte, die Zukunft professioneller Designer und das Crowdsourcing bedeutet, ist noch einmal ein ganz eigenes (Blog-)Thema.

Brücke und Bürogebäude aus dem Drucker
Ganz aktuell sind die Meldungen über Pläne, in Amsterdam eine Brücke und in Dubai ein Bürogebäude mittels 3D-Druck zu errichten. Ein 3D-Drucker fertigt dreidimensionale Werkstücke aus einem in der Regel flüssigen Material durch schichtweises Aufspritzen. Als Materialen kommen unter anderem Kunststoffe, aber auch Zellmaterial oder Metall zur Anwendung.

Überdimensionale Drucker
Die Brücke in Amsterdam soll aus Stahl, der auf 1500 °C erhitzt wird, gedruckt werden, Bauarbeiter werden hierfür nicht mehr gebraucht. Das Bürogebäude in Dubai soll aus verstärkten Werkstoffen wie Beton und Gips sowie Kunststoffen entstehen. Und damit nicht genug, auch die Einrichtung selbst soll ebenfalls aus dem Drucker kommen. Neben den vielen materialtechnischen und konstruktiven Herausforderungen bildet derzeit auch noch die begrenzte Größe der Drucker ein Problem. Während in Amsterdam der Drucker mit dem Bau- bzw. Druckfortschritt mitwandert, sollen in Dubai vor Ort bis zu sechs Meter große Elemente gedruckt werden, die dann zusammengesetzt werden.

Es ist sehr spannend, inwieweit der 3D-Druck die Bauindustrie revolutionieren wird, denn – so die Hoffnungen – es sollen damit auch Produktionszeiten verkürzt und Material eingespart werden.

Bild: fotolia, 3d printer, printing house © belekekin
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