Lampenfieber – jeder hat’s

Wer kennt es nicht? Der Herzschlag beschleunigt sich. Man schwitzt. Die Atmung wird flacher. Die Stimme zittert. Diese körperlichen Reaktionen sind Schutzmechanismen, um vor einer Gefahr zu flüchten oder sich verteidigen zu können. Einen Redner hingegen können sie blockieren, denn er kann – und will – letztlich nicht flüchten.

Gründe für Lampenfieber
Verursacht wird Lampenfieber vor allem durch die Angst, zu scheitern oder sich zu blamieren. Aus diesen Ängsten leitet das Gehirn eine Bedrohungssituation ab, und es wird massenhaft Adrenalin ausgeschüttet. Da aber weder für einen Redner noch für eine Dolmetscherin in dieser Situation Flucht in Frage kommt, muss man Strategien entwickeln, mit dieser Nervosität umzugehen.

Tipps zur Überwindung von Lampenfieber
Für einen guten „Auftritt“ braucht man Adrenalin. Es macht hellwach und schärft die Sinne. Es kommt allerdings auf die Dosierung an. In der richtigen Menge wirkt Adrenalin sogar wie Hirndoping.

Zu empfehlen ist

  • eine positive Haltung gegenüber der Nervosität
  • gute Vorbereitung
  • frühzeitiges Erscheinen am Veranstaltungsort
  • Smalltalk mit Zuhörern vor dem Beginn
  • Bewegung, um Fluchtmechanismus zu kompensieren und Spannung abzubauen
  • Blickkontakt mit freundlichen Gesichtern im Publikum

Interessant
Im Englischen heißt Lampenfieber stage fright, wörtlich übersetzt „Bühnenangst“, „Bühnenschrecken“. Die positive Konnotation des deutschen Begriffs „Fieber“, „fiebern“, also aufgeregtes Kribbeln, freudige Erwartung fehlt hier völlig.

Auch das Dolmetschen ist ein öffentlicher Auftritt. Sei es „nur“ als Stimme aus dem Off oder als Person und Stimme auf einer Bühne. Somit muss ich als Dolmetscherin auch mit Lampenfieber umgehen können. Die genannten Tipps sind erfahrungsgemäß eine große Hilfe. Insbesondere eine gute Vorbereitung und Zeitplanung am Einsatztag geben Sicherheit, so dass Adrenalin immer in der richtigen Dosierung vorhanden ist und ein Maximum an Leistung abgerufen werden kann.

Bild: www.fotolia.com
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