Die letzten schönen Herbsttage

Herbststimmung

Eigentlich sollte dieser Blogbeitrag eine sprachliche Betrachtung der Begriffe „Altweibersommer“ und „Indian Summer“ werden, bezeichnen sie doch beide eine Wetterperiode im späten Herbst, die warm und trocken ist. Und kaum eine andere Wetterlage verbirgt sich hinter so rätselhaften Bezeichnungen.

Indian Summer
Ganz geklärt ist die Herkunft von „Indian Summer“ nicht. Verwiesen wird jedoch auf den Herbst als die große Jagdsaison der Indianer und darauf, dass die Indianer oft noch vor dem Winter die Siedlungen der Weißen angegriffen haben. Das klingt alles ganz einleuchtend, aber genau weiß es niemand.

Altweibersommer
Noch unübersichtlicher wird es beim „Altweibersommer“. Einerseits wird bestritten, dass es einen Bezug zu alten Frauen gibt, denn der Wortbestandteil „weib“ wird etymologisch mit dem Verb „weben“ in Verbindung gebracht. Bei dieser besonderen Wetterlage im Herbst mit warmen Tagen und kalten Nächten hängen Tautropfen an den Spinnweben und lassen sie dadurch sichtbar werden. Dies erinnere, so manche Interpretationen, an die weißen Haare älterer Frauen – also ist die Bezeichnung doch wieder nicht so rätselhaft.

Nachdem sich also die Rätsel um die Bezeichnungen nur bedingt lösen lassen, bleibt noch eine übersetzertechnische Frage. Dürfte man „Altweibersommer“ mit „Indian Summer“ beziehungsweise umgekehrt übersetzen?

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