Technische Textilien

Technische TextilienBei Textilien denkt man natürlich zunächst einmal an Bekleidung. Aber – und der Zusatz ‚technisch‘ deutet es schon an – es gibt vielfältige weitere Einsatzmöglichkeiten von textilen Werkstoffen. Als Fachübersetzerin im Bereich Architektur und Design begegnen mir neuartige Textilien beispielsweise bei innovativen Dächern oder Baustoffen mit besonderen Eigenschaften.

Komplexe Materie  verständlich gemacht
Das von unserem Berufsverband, dem Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer, angebotene Seminar zu dem Thema war daher natürlich ein Pflichttermin für mich, und die Teilnahme hat sich gelohnt. Denn eine extrem komplexe Materie wurde in dem Seminar von Ilona Klepickij, die sowohl eine Ingenieurausbildung im Bereich Textilchemie hat, als auch als Übersetzerin arbeitet, verständlich und nachvollziehbar vorgestellt.

Von der Faser zum textilen Erzeugnis
Am Beginn jedes textilen Erzeugnisses steht die Faser, die aus pflanzlichen, tierischen oder synthetischen Ausgangsstoffen gewonnen wird. Nach meist aufwändigen Aufbereitungsverfahren werden aus diesen Fasern Garne, die dann wiederum mit Hilfe von sehr unterschiedlichen Fertigungsverfahren wie beispielsweise Weben, Wirken oder Flechten zu einem Textilerzeugnis weiterverarbeitet und danach noch veredelt werden.

Intelligente Textilien
Ein Gewebe ist aber schon lange nicht mehr nur ein einfacher Stoff, sondern ein Erzeugnis für spezielle Anforderungen. Im Bekleidungsbereich zählt dazu etwa die Funktions- und Schutzkleidung, die für eine ausgeglichene Körpertemperatur sorgt oder vor starker Hitzeeinwirkung schützen kann. Im Baubereich ist es beispielsweise der Faserbeton, mit dem praktisch alle beliebigen Formen hergestellt werden können. Und im medizinischen Bereich gibt es vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, von antibakteriellen Textilien über Stents bis hin zu Smart Textiles, die verschiedene Körperfunktionen überwachen können.

Das Seminar war ein Gang durch die Jahrhunderte, denn einerseits ging es um uralte Techniken aus der Menschheitsgeschichte, andererseits aber auch um höchst innovative Produktentwicklung.

Bild: grob gesponnenes Wollgarn (links) und glattes Baumwollgarn (rechts) auf fluorpolymerbeschichtetem Glasgewebe (Materialprobe aus Klaus-Michael Koch: Bauen mit Membranen, Prestel Verlag 2004)
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