Aus der Praxis in die Lehre

n.kessler_2Vier Tage Unterricht für angehende Übersetzer im Bachelor-Studiengang an der Hochschule Würzburg sind für mich jedes Jahr eine neue Herausforderung. Vor vier Jahren wurde ich gefragt, ob ich das Modul „Unternehmerische Basiskompetenz“ übernehmen könnte, da ich ja seit langer Zeit als freiberufliche Fachübersetzerin tätig bin. Und so tausche ich seither einmal im Jahr meinen Schreibtisch gegen ein hochmodernes Medienpult.

Unternehmerische Basiskompetenz
Während die für eine freiberufliche Tätigkeit wichtigen Themen wie Kostenkalkulation, Auftragsabwicklung, Marketing und Zeitmanagement relativ naheliegend sind, ist die Frage, wie man jungen Studierenden all diese Inhalte vermittelt, schon deutlich schwieriger. Einerseits soll ein realistisches Bild des Berufes und der Herausforderungen einer Selbstständigkeit aufgezeigt werden, andererseits soll der Berg, vor dem die Studierenden nach Abschluss ihres Studiums stehen, nicht zu hoch wirken.

Wissensdatenbank
Statt eines Skriptes, das ausgedruckt, abgeheftet und nie mehr angeschaut wird, bauten wir in diesem Jahr auf der E-Learning-Plattform der Hochschule eine Wissensdatenbank auf. Dort finden sich nun Basiseinträge zu allen wichtigen, im Kurs behandelten Themen. Und in ein oder zwei Jahren, wenn tatsächlich eine Selbstständigkeit ansteht, ist die Motivation vielleicht größer, sich die einzelnen Einträge noch einmal gezielt anzuschauen und sich so das Erlernte wieder ins Gedächtnis zu rufen.

(Kunden)-Feedback einmal anders
Von der Hochschule wurde in diesem Jahr mein Seminar für die regelmäßig vorgenommene Evaluation ausgewählt, und so war ich natürlich gespannt, wie „meine“ Studierenden die Idee der Wissensdatenbank und meinen Unterricht generell beurteilen. Die vielen positiven Bewertungen haben mich sehr gefreut. Betont wurde auch immer wieder, wie hilfreich und interessant es war, „einen Einblick in das Leben einer freiberuflichen Übersetzerin zu erhalten“.

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Eine Antwort auf Aus der Praxis in die Lehre

  1. Liebe Norma,

    ich wusste nicht, dass du auch unterrichtest. Ich gebe seit 2010 zwei Mal im Jahr ein Blockseminar an der Hochschule Anhalt (Studiengang Softwarelokalisierung) für das Modul „Qualitätssicherung in Lokalisierungsprojekten“ und suche auch ständig nach Möglichkeiten, die theoretischen Inhalte interessant und nachhaltig abzulegen. Umfrangreiche Skripte auf Papier verteile ich auch nicht. Deine Idee mit der Wissensdatenbank ist genial. Die Hochschule Anhalt arbeitet mit Moodle. Vielleicht könnte ich da auch Dateien (Anleitungen zu Tools, QS-Metriken usw.) dauerhaft ablegen, damit die Studenten die nach Bedarf herunterladen können.

    Viele Grüße, Katja